Das Wichtigste zuerst:
- Beim Aufmaß einer Elektroinstallation werden tatsächlich ausgeführte Leitungslängen, Kabeltrassen und Stückzahlen wie Steckdosen oder Datendosen erfasst.
- Bei VOB/C-Verträgen ist insbesondere die DIN 18382 relevant. Kabel und Leitungen werden nach der tatsächlich verlegten Länge ermittelt; Verschnitt wird nicht als Leitungslänge aufgemessen.
- Besonders bei verdeckten Leistungen sollte das Aufmaß baubegleitend vor dem Schließen von Wand oder Decke erfolgen.
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Grundlagen zum Aufmaß einer Elektroinstallation
Bevor es an die praktische Mengenerfassung geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen. Denn Leistungsverzeichnis, DIN und VOB bestimmen mit, wie ein Elektro-Aufmaß aufgebaut und später abgerechnet wird.
Was ist ein Aufmaß bei der Elektroinstallation?
Beim Aufmaß werden die tatsächlich ausgeführten Mengen einer Bauleistung ermittelt und dokumentiert. Bei Einheitspreisverträgen bilden diese Mengen eine wesentliche Grundlage für die spätere Abrechnung.
In der Elektroinstallation können beispielsweise folgende Leistungen aufgemessen werden:
Leistung
Typische Abrechnungseinheit
Sinnvolle Zuordnung
Kabel und Leitungen
m
Strecke, Raum, Stromkreis
Installationsrohre
m
Raum oder Strecke
Kabelrinnen und Kabelkanäle
m
Trassenabschnitt
Schalter und Steckdosen
St.
Raum
Geräte- und Abzweigdosen
St.
Raum
Leuchten und Auslässe
St.
Raum
Datendosen
St.
Raum / Anschluss
Verteiler
St.
Standort
Einbaugeräte
St.
Verteiler
Durchführungen
gemäß LV
Bauteil / Ort
Welche Einheit gilt, ergibt sich aus der jeweiligen Leistungsposition und den Vertragsunterlagen.
Dabei ist eine Zahl allein noch kein besonders gutes Aufmaß. „186 m NYM-J 3×1,5″ sagt zwar etwas über die Menge aus. Für die spätere Abrechnung ist aber wesentlich hilfreicher, wenn auch nachvollziehbar ist:
- Welche LV-Position?
- Welches Geschoss?
- Welcher Raum oder welche Strecke?
- Welcher Stromkreis?
- Und wie wurde die Menge ermittelt?
Ein gutes Elektro-Aufmaß verbindet deshalb Menge und Kontext.
Das Grundprinzip gilt übrigens nicht nur für Elektriker.
Auch beim Aufmaß in anderen TGA-Gewerken, etwa SHK, Sanitär, Heizung oder Brandschutz, müssen tatsächlich ausgeführte Mengen vollständig erfasst und nachvollziehbar dokumentiert werden.
Die konkreten Einheiten und Abrechnungsregeln können sich je nach Gewerk unterscheiden.
Aufmaß und Massenermittlung: Wo liegt der Unterschied?
Bei der Massenermittlung werden Mengen häufig bereits vor der Ausführung aus Plänen, Modellen oder Leistungsverzeichnissen abgeleitet, beispielsweise für Angebot und Kalkulation.
Das Aufmaß dokumentiert dagegen die tatsächlich ausgeführte Leistung.
Gerade bei Elektroinstallationen können beide voneinander abweichen, etwa durch geänderte Leitungswege oder zusätzliche Anschlüsse. Planmengen sind deshalb eine wichtige Grundlage, aber nicht automatisch die später abrechenbaren Mengen.

Welche DIN gilt für das Aufmaß einer Elektroinstallation?
Bei entsprechend vereinbarter VOB/C ist für Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnische Anlagen insbesondere die ATV DIN 18382 relevant. Die aktuelle Ausgabe ist DIN 18382:2023-09.
Für das konkrete Elektro-Aufmaß reicht der Blick in die DIN allein aber nicht aus. Entscheidend sind außerdem:
- das Leistungsverzeichnis
- die konkrete Leistungsbeschreibung
- weitere Vertragsbedingungen und
- die für die Position vereinbarten Abrechnungsregeln
Wer eine Kabelrinne, eine Zuleitung oder einen Netzwerkanschluss aufmisst, sollte deshalb zuerst wissen, was mit der jeweiligen Position beauftragt wurde.
Was verlangt die VOB/B von der Abrechnung?
Für das Aufmaß ist insbesondere § 14 VOB/B relevant. Eine zentrale Anforderung steht dort direkt am Anfang:
„Der Auftragnehmer hat seine Leistungen prüfbar abzurechnen.“
Zum Nachweis von Art und Umfang der Leistung gehören unter anderem erforderliche Mengenberechnungen, Zeichnungen und weitere Belege.
Für den Baustellenalltag bedeutet das: Ein Aufmaß sollte nicht nur eine Zahl liefern, sondern auch nachvollziehbar machen, woher diese Zahl kommt und zu welcher ausgeführten Leistung sie gehört.
Wie aus dem Aufmaß eine prüfbare Rechnung wird und welche Vorgaben der VOB/B dabei zu beachten sind, erklären wir ausführlich im Beitrag zur Abrechnung nach Aufmaß.
Wie werden Mengen beim Elektro-Aufmaß erfasst?
Je nach Leistung werden beim Elektro-Aufmaß Meter, Stückzahlen oder andere Mengen erfasst. Entscheidend ist, dass die Ausführung nachvollziehbar abgebildet wird.
Kabel und Leitungen aufmessen
Bei vielen Elektroprojekten machen Kabel und Leitungen einen großen Teil der aufzumessenden Mengen aus. Entscheidend ist dabei die ausgeführte Leitungsführung.
Eine Linie zwischen Verteiler und Steckdose im Grundriss ist nicht zwangsläufig identisch mit der Strecke, die auf der Baustelle verlegt wird.
Eine Leitung kann beispielsweise:
- aus der Unterverteilung zunächst zur Decke geführt werden
- auf einer Kabelrinne durch den Flur laufen
- aufgrund einer Kollision die Trasse wechseln
- durch einen Installationsschacht geführt werden
- anschließend zum Betriebsmittel heruntergeführt werden
Genau diese Strecke muss im Aufmaß nachvollziehbar werden.
Der Grundriss zeigt nicht die ganze Leitung
Besonders bei einer Ermittlung aus einem 2D-Grundriss darf die dritte Dimension nicht vergessen werden.
Dazu gehören etwa:
- Steigstrecken zwischen Geschossen
- Wege vom Verteiler zur Trasse
- Auf- und Abstiege zur Decke
- Leitungswege in Installationsschächten
- Abgänge von Kabelrinnen und
- vertikale Wege zu Betriebsmitteln
Pauschale Zuschläge auf die Planmenge sind wenig sinnvoll. Wie stark Planmaß und tatsächlich verlegte Länge voneinander abweichen, hängt von der realen Leitungsführung ab.
Was ist mit Anschluss- und Reservelängen?
Auch notwendige Anschluss- und Reservelängen sind bei der Ausführung zu berücksichtigen.
Pauschale Angaben wie „20 cm je Steckdose“ oder „1,50 m am Verteiler“ sollten nicht als allgemeine Normwerte verstanden werden. Entscheidend sind die tatsächliche Ausführung sowie die vertraglichen Abrechnungsregeln.
Stückzahlen: Das Problem liegt häufig nicht beim Zählen
Bei Steckdosen, Schaltern, Datendosen oder Leuchten stellt sich ein anderes Problem. Eine Steckdose ist schnell gezählt. Schwieriger ist die Frage:
Wurde wirklich jeder Bereich erfasst?
Nehmen wir ein Bürogebäude mit vier nahezu identischen Geschossen. Die Gesamtzahl der Steckdosen kann am Ende plausibel aussehen, selbst wenn ein einzelner Raum überhaupt nicht aufgemessen wurde.
Ein gutes Aufmaß sollte daher auch beantworten, was noch nicht aufgemessen wurde.
Bei Steckdosen und Datendosen bietet sich dafür eine raumbezogene Struktur an. Bei Kabelrinnen können Trassenabschnitte sinnvoller sein, bei Steigleitungen Geschosse oder Schächte und bei Verteilungen beispielsweise Verteiler oder Betriebsmittelkennzeichnungen.
Aufmaß in der Praxis: Von der Baustelle bis ins Büro
In der Praxis entscheidet nicht nur das richtige Messen über ein gutes Aufmaß. Ebenso wichtig ist, wie die Informationen auf der Baustelle erfasst, weitergegeben und schließlich für die Abrechnung genutzt werden.

Typischer Informationsverlust durch Zettel
Das eigentliche Messen ist nur ein Teil des Aufmaßprozesses. Mindestens genauso wichtig ist, wie die Information von der Baustelle zur Abrechnung gelangt.
In vielen Betrieben sieht der Weg ungefähr so aus:
Baustelle → Zettel → Bauleiter → Büro → Excel → Abrechnung
Der Monteur misst eine Leitung und notiert beispielsweise:
R. 3.14 – 24,80 m
2 Datendosen
Flur Trasse +4,7
Für den Monteur ist in diesem Moment klar, was die Notizen bedeuten. Tage später im Büro fehlt dieser Kontext oft bereits: Warum wurde die Trasse länger? Wo sitzen die zusätzlichen Datendosen? War die Leistung ursprünglich vorgesehen?
Gleichzeitig wird die Information mehrfach übertragen.
Jede Übergabe kostet Zeit und kann Informationen verlieren. Zudem arbeitet das Büro erst dann mit einem aktuellen Aufmaßstand, wenn die Zettel angekommen und übertragen sind.
Elektro-Aufmaß mit Excel: Wann reicht eine Tabelle?
Ein Elektro-Aufmaß mit Excel ist strukturierter als lose Aufmaßzettel und kann gerade bei kleineren Projekten gut funktionieren.
Der Medienbruch bleibt allerdings bestehen, wenn Monteure ihre Mengen zunächst auf Papier erfassen und erst später jemand die Werte in Excel überträgt. Bei mehreren Beteiligten, Planbezügen, Fotos oder Nachträgen wird die Verwaltung zusätzlich aufwendiger.
Entscheidend ist nicht nur, wo die Mengen am Ende gespeichert werden, sondern ob sie bereits auf der Baustelle strukturiert erfasst werden.
Wie sollte ein guter Aufmaßprozess auf der Baustelle aussehen?

Ein guter Aufmaßprozess muss vor allem einfach genug sein, dass er für den Baustellenalltag tauglich ist. Ein möglicher Ablauf:
1. Bereich eindeutig auswählen
2. Leistung oder LV-Position zuordnen
3. Tatsächlich ausgeführte Menge erfassen
Erfasst wird die Länge oder Stückzahl, die vor Ort ausgeführt wurde, nicht nur die ursprünglich geplante Menge.
4. Abweichungen direkt dokumentieren
5. Nachweise ergänzen
Bei Änderungen können Fotos oder Planmarkierungen direkt der betroffenen Leistung zugeordnet werden. So bleibt später nachvollziehbar, was wo ausgeführt wurde.
6. Zusätzliche Leistungen kennzeichnen
7. Bereich als erfasst kennzeichnen
Zum Schluss sollte sichtbar sein, welche Räume, Strecken oder Bereiche vollständig aufgenommen wurden und wo noch Aufmaß fehlt.
Genau darin liegt ein wesentlicher Vorteil eines baubegleitenden digitalen Aufmaßes: Die Information wird dort erfasst, wo sie entsteht, und muss später nicht erneut vom Zettel ins Büro übertragen werden.
Mehr zum grundsätzlichen Vorgehen lesen Sie im Beitrag Digitales Aufmaß erstellen.
Praxisbeispiel: Elektro-Aufmaß im Bürogebäude

In einem Bürogebäude wird das dritte Obergeschoss installiert. Durch den Hauptflur verläuft eine Kabelrinne. Von dort werden die einzelnen Räume mit Strom- und Datenleitungen versorgt.
Während der Montage entstehen typische Abweichungen.
1. Kabelrinne muss der Lüftung ausweichen
Die im Plan vorgesehene Trassenführung lässt sich nicht ausführen, weil im Bereich schon eine Lüftungsleitung verläuft. Die Kabelrinne wird anders geführt.
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Bereich | Flur 3. OG, Trasse Achse B–D, ggf. sogar Aufagabe im Plan |
| LV-Position | Kabelrinne gemäß LV |
| Menge | tatsächlich montierte Länge |
| Abweichung | Trassenführung gegenüber Plan geändert |
| Grund | Kollision mit Lüftung |
| Nachweis | Planmarkierung / Foto |
2. Zwei zusätzliche Datendosen im Besprechungsraum
Während der Ausführung wünscht der Auftraggeber am Besprechungstisch zwei weitere Netzwerkanschlüsse. Dadurch entstehen nicht nur zwei zusätzliche Datendosen. Je nach Ausführung können auch zusätzliche Datenkabel und Verlegewege erforderlich werden.
Statt nur „+2 Datendosen“ zu notieren, sollte die Leistung nachvollziehbar zugeordnet werden:
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Raum | 3.14, Besprechungsraum |
| Leistung | zusätzliche Datendosen |
| Menge | 2 St. |
| Planbezug | Position am Besprechungstisch |
| Status | zusätzliche Leistung, vertragliche Behandlung prüfen |
Die zugehörigen Leitungen werden bei der entsprechenden Kabelposition erfasst.
Verdeckte Leistungen rechtzeitig aufmessen

Bei Elektroinstallationen verschwinden viele Leistungen im weiteren Baufortschritt.
Beispiele sind:
- Leitungen in Trockenbauwänden
- Unterputzinstallationen
- Installationsrohre
- Leitungen in Schächten
- Kabel oberhalb geschlossener Decken
Ist die Wand oder Decke geschlossen, lässt sich die tatsächliche Ausführung häufig nur noch über vorhandene Unterlagen nachvollziehen.
Rechtliche Regelungen
„Die für die Abrechnung notwendigen Feststellungen sind dem Fortgang der Leistung entsprechend möglichst gemeinsam vorzunehmen.“
§ 14 Abs. 2 VOB/B
Bei Leistungen, die durch den weiteren Baufortschritt später nur schwer feststellbar sind, muss der Auftragnehmer rechtzeitig gemeinsame Feststellungen beantragen.
Auch § 4 Abs. 10 VOB/B betrifft Leistungen, die durch die weitere Ausführung der späteren Prüfung und Feststellung entzogen werden.

„Das Ergebnis ist schriftlich niederzulegen.“
§ 4 Abs. 10 VOB/B
Für den Elektrobetrieb lässt sich daraus eine einfache Praxisregel ableiten:
Baugleiche Räume: Vorlage nutzen, Abweichungen prüfen
Bei Hotels, Bürogebäuden oder Schulen können Muster- beziehungsweise Referenzräume das Aufmaß beschleunigen. Allerdings bedeutet gleich geplant nicht automatisch gleich ausgeführt: zusätzliche Steckdosen, Datendosen oder geänderte Auslässe kommen in der Praxis schnell hinzu.
Deshalb gilt:
Grundstruktur übernehmen → tatsächliche Ausführung prüfen → Abweichungen erfassen.
Besonderheiten bei Änderungen und Abrechnung
Nicht jede ausgeführte Menge entspricht am Ende der ursprünglichen Planung. Zusätzliche Leistungen und größere Mengenabweichungen sollten deshalb früh erkannt und auch im Hinblick auf die Abrechnung richtig eingeordnet werden.

Zusätzliche Leistungen nicht zwischen normalen Mengen verstecken
Elektroinstallationen ändern sich während eines Projekts häufig.
- „Hier brauchen wir doch noch zwei Steckdosen.“
- „Der Beamer bekommt noch einen Netzwerkanschluss.“
- „Die Zuleitung muss von der anderen Unterverteilung kommen.“
Solche Anforderungen wirken auf der Baustelle oft klein. Für die spätere Abrechnung kann ihre Dokumentation aber entscheidend sein.
Bei VOB/B-Verträgen enthält § 2 eigene Regelungen für geänderte und zusätzliche Leistungen. Das Aufmaß ersetzt die notwendigen vertraglichen Schritte nicht. Es sollte aber dafür sorgen, dass eine zusätzliche Leistung nicht zwischen den normalen Mengen verschwindet.
Mehr dazu im Beitrag zum Nachtragsangebot nach VOB.
Mehr- und Mindermengen: Was bedeutet die 10-%-Regel?
Bei Einheitspreispositionen enthält § 2 Abs. 3 VOB/B eine konkrete 10-%-Grenze. Weicht die tatsächlich ausgeführte Menge um nicht mehr als 10 % vom vertraglich vorgesehenen Umfang ab, bleibt grundsätzlich der vertragliche Einheitspreis maßgeblich. Bei darüber hinausgehenden Mengenabweichungen enthält die VOB/B unter bestimmten Voraussetzungen und auf Verlangen besondere Preisregelungen.
Wichtig:
Die 10 % sind keine Toleranz beim Messen und kein Zuschlag auf das Aufmaß.
Die Regel betrifft die preisliche Behandlung von Mengenabweichungen bei Einheitspreispositionen. Ein vollständiges Aufmaß ist wichtig, um zu erkennen, wie stark die ausgeführte Menge vom vertraglichen Ansatz abweicht.
8 häufige Fehler beim Aufmaß einer Elektroinstallation
Viele Fehler entstehen nicht durch falsches Messen, sondern durch fehlende Mengen, unklare Zuordnungen oder eine zu späte Erfassung. Die folgenden Probleme treten in der Praxis besonders häufig auf.
1. Aufmaß erst kurz vor der Rechnung.
Wochen oder Monate nach der Ausführung wird aus dem Gedächtnis rekonstruiert.
Besser: Mengen im Verlauf der Ausführung aufnehmen.
2. Mengen ausschließlich aus dem Grundriss übernehmen.
Steigstrecken, tatsächliche Trassenführungen und Änderungen können fehlen.
Besser: Plan als Grundlage nutzen und tatsächliche Ausführung berücksichtigen.
3. Nur Gesamtsummen dokumentieren.
Eine plausible Summe zeigt nicht, ob ein Raum, Schacht oder Trassenabschnitt fehlt.
Besser: Mengen passend zur Elektroinstallation strukturieren.
4. Änderungen nur mündlich weitergeben.
Der Monteur kennt die Änderung. Zwei Wochen später sitzt die Abrechnung im Büro.
Besser: Abweichungen direkt an der betroffenen Leistung dokumentieren.
5. Aufmaßzettel mehrfach übertragen.
Mit jeder Übergabe muss Kontext weitergegeben werden.
Besser: Informationen möglichst dort strukturiert erfassen, wo sie entstehen.
6. Fotos ohne Zuordnung sammeln.
Eine volle Bildergalerie sagt noch nicht, welche Aufnahme zu welchem Raum oder Leitungsweg gehört.
Besser: Fotos mit Ort und Leistung verbinden.
7. Verdeckte Leistungen zu spät aufnehmen.
Nach dem Schließen der Wand lässt sich die Situation nicht mehr ohne Weiteres prüfen.
Besser: Aufmaß und notwendige Feststellungen an den Baufortschritt koppeln.
8. Verschnitt mit aufmessen.
Abgerechnet wird die verlegte Länge, nicht die abgewickelte.
Besser: Verschnitt in der Kalkulation berücksichtigen, nicht im Aufmaß.
Vom Aufmaßzettel zum digitalen Elektro-Aufmaß
Papier und Excel können für das Aufmaß funktionieren, stoßen bei größeren Projekten und mehreren Beteiligten aber schnell an Grenzen. Digitale Prozesse können vor allem dort helfen, wo heute noch Informationen mehrfach übertragen werden müssen.

Papier, Excel oder Aufmaßsoftware für Elektro?
Ein fachlich richtiges Aufmaß muss nicht zwingend digital erfolgen. Auch Aufmaßblock und Excel können funktionieren. Entscheidend ist aber, wie viele Schritte zwischen der ausgeführten Leistung und der später verwendbaren Information liegen.
Bei einem manuellen Prozess häufig:
Messen → Zettel → Bauleiter → Büro → Excel → Abrechnung
Eine Aufmaßsoftware für Elektro sollte diesen Prozess nicht einfach nur digital nachbilden. Ihr Nutzen entsteht vor allem dann, wenn sie ermöglicht:
- Längen und Stückzahlen direkt zu erfassen
- LV-Positionen zuzuordnen
- Mengen im Plan zu verorten
- nach Raum, Bereich oder Strecke zu strukturieren
- Änderungen festzuhalten
- Fotos und Nachweise zuzuordnen
- zusätzliche Leistungen sichtbar zu halten
- offene und bereits erfasste Bereiche zu unterscheiden und
- die Daten für die weitere Abrechnung bereitzustellen.
Es gibt auch eine Reihe an Aufmaß Apps. Diese sind aber eher für das Vermessen von Flächen ausgerichtet.
Digitales Elektro-Aufmaß mit CENDAS

Beim digitalen Aufmaß mit CENDAS können Mengen direkt auf der Baustelle erfasst und mit einer Stelle im digitalen Plan verbunden werden. Vorhandene Leistungsverzeichnisse lassen sich über GAEB übernehmen; alternativ können Positionen frei angelegt werden.
Gleichzeitig bleibt sichtbar, welche Aufmaßpositionen bereits erfasst und welche noch offen sind. So müssen Informationen nicht erst Tage später über Zettel, Bauleitung und Büro übertragen und neu interpretiert werden.
Fazit: Ein gutes Elektro-Aufmaß ist baubegleitend

Beim Aufmaß einer Elektroinstallation müssen tatsächlich ausgeführte Leitungslängen, Trassen, Betriebsmittel und weitere Leistungen vollständig und nachvollziehbar erfasst werden.
Entscheidend ist dabei nicht nur die richtige Menge. Ort, Leistung und Abweichungen zur Planung müssen später noch nachvollziehbar sein. Das gilt inbesondere bei Installationen, die im weiteren Baufortschritt verdeckt werden.
Deshalb sollte ein gutes Elektro-Aufmaß möglichst baubegleitend und planbasiert dort entstehen, wo auch die Leistung entsteht: auf der Baustelle.
Häufige Fragen zum Aufmaß einer Elektroinstallation
Zum Elektro-Aufmaß tauchen in der Praxis immer wieder ähnliche Fragen auf. Die wichtigsten Antworten zu Normen, Mengen, verdeckten Leistungen und digitaler Erfassung haben wir hier zusammengefasst.
Was wird beim Aufmaß einer Elektroinstallation erfasst?
Welche DIN gilt für das Aufmaß von Elektroinstallationen?
Darf Verschnitt beim Elektro-Aufmaß mit abgerechnet werden?
Kann das Elektro-Aufmaß aus dem Grundriss erstellt werden?
Wann sollten verdeckte Elektroinstallationen aufgemessen werden?
Was bedeutet die 10-%-Regel beim Aufmaß?
Die 10-%-Grenze aus § 2 Abs. 3 VOB/B betrifft Mengenabweichungen bei Einheitspreispositionen. Sie ist weder eine Messtoleranz noch ein pauschaler Zuschlag auf das Aufmaß.
Muss das Elektro-Aufmaß digital erfolgen?

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