Das Wichtigste zuerst:
- Der Begriff Aufmaß hat mehrere Bedeutungen.
- Für Handwerksunternehmen ist das Aufmaß eine wichtige Grundlage für die Planung und Rechnungsstellung.
- Das Aufmaß ist bisher eine Zettelwirtschaft. Mit der richtigen App sparen Sie sich aber viele Umwege.
Was ist ein Aufmaß? - Die verschiedenen Bedeutungen
Darunter versteht man:
- das Ausmessen und Aufzeichnen von Bauwerken (Bauaufnahme),
- das Festlegen des Umfangs an Bauleistungen (z.B. notwendiges Material) und
- das Dokumentieren des verbauten Materials.
Für Handwerksunternehmen sind die Punkte zwei und drei relevant.

Umfang an Bauleistungen: Materialverbrauch ermitteln
Um den Umfang an Bauleistungen festzulegen, muss das Bauobjekt aufgemessen und der Materialbedarf ermittelt werden. Ein Handwerker kann das entweder vor Ort oder anhand bestehender Ausführungspläne machen.
Wenn die Baupläne aktuell sind, können die Bauleistungen über den Plan ausgemessen werden. Sind die ursprünglichen Baupläne allerdings veraltet, wie es etwa bei Sanierungsarbeiten der Fall sein kann, muss ein Handwerker das Bauobjekt (z.B. eine Lagerhalle) erst vor Ort vermessen. Dazu werden unter anderem Laserscanner eingesetzt.

Ein Malerunternehmen könnte in beiden Fällen die Wandfläche berechnen, woraus sich die Menge der benötigten Farbe ergibt. Ähnliches gilt für einen Fußbodenleger. Auf Grundlage dessen kann ein Handwerker ein Angebot erstellen und Material sowie Personal planen.
Bei großen Projekten liegt der Schwerpunkt für Handwerksunternehmen auf der Dokumentation des verbauten Materials.
Dokumentation des verbauten Materials
Gewerke erhalten ein Leistungsverzeichnis (LV) vom Auftraggeber. Darin sind bereits alle benötigten Positionen, also Materialien, enthalten.
Gewerke nutzen das LV als Kalkulationsgrundlage und erstellen ein Angebot mit Gesamtpreisen für jede Position (Material- und Zeiteinsatz sind nicht separat aufgeschlüsselt).

Während der Bauphase gibt es bekanntermaßen viele Änderungen, respektive Revisionen. Diese wirken sich u.a. auf den Materialbedarf aus. Genauso kann es sein, dass vorgesehene Materialien gar nicht mehr erforderlich sind.
Rechtsgrundlage: Aufmaß nach VOB und BGB
Die Aufmaßerstellung ist für Handwerksunternehmen verpflichtend.
Laut §14 VOB/B hat der Auftragnehmer seine Leistungen prüfbar abzurechnen. Das Aufmaß muss folglich für den Auftraggeber nachvollziehbar sein. Als Handwerksunternehmen sollten Sie Mengenberechnungen, Zeichnungen und andere Belege beifügen.
Was ist ein gemeinsames Aufmaß nach VOB?
Damit das Aufmaß prüfbar ist und es nicht zu Diskussionen kommt, können Auftraggeber und Auftragnehmer ein gemeinsames Aufmaß erstellen. In § 14 (2) VOB ist die gemeinsame Feststellung für Leistungen, die bei Weiterführung der Arbeiten nur schwer feststellbar sind, festgelegt. Das ist zum Beispiel bei abgedeckten Drainagen oder Leitungen und Kabeln der Fall.
Das Gewerk sollte demnach beim Auftraggeber eine gemeinsame Feststellung beantragen. In der Praxis wird allerdings oft vom Auftraggeber angeordnet, dass das Gewerk das Aufmaß vor Ort alleine machen soll.
Besser ist es, wenn Sie den Auftraggeber zu einem Termin zum Aufmessen einladen. Nimmt der Auftraggeber diesen Termin nicht wahr, empfiehlt sich eine zweite Einladung. Wird auch diese nicht angenommen, erstellen Sie als Handwerksunternehmen ein einseitiges Aufmaß.
Da der Auftraggeber zum gemeinsamen Aufmaß aufgefordert war, hat das für Sie den Vorteil, dass die Beweislast umgekehrt wird. Im Nachhinein müssen also nicht Sie, sondern der Auftraggeber beweisen, dass die Rechnung nicht stimmt – und das ist dann kaum noch möglich.
Regelung im BGB
Im BGB sind §632a (1) und §650 (4) relevant. Demnach muss die Schlussrechnung prüfbar sein. Das heißt, sie muss eine übersichtliche Aufstellung der erbrachten Leistungen enthalten, die für den Auftraggeber nachvollziehbar ist.
Übersichtlich bedeutet hier, dass die Aufstellung eine rasche und sichere Beurteilung ermöglicht. Die Leistungen müssen folglich entsprechend der Reihenfolge der LV-Positionen gelistet werden.
Aufmaß erstellen: So geht’s

Für das Aufmaß im Sinne der Dokumentation ist der Auftragnehmer verantwortlich.
In erster Linie verbauen die Monteure das geplante Material. Der Bauleiter ist dafür zuständig, dieses zu dokumentieren. Dazu fragt er bei den Monteuren den Materialeinsatz pro Bauabschnitt an.
- In der Praxis notiert jeder Handwerker / Monteur die einzelnen Materialien zum Beispiel auf einem Stück Papier.
- Der bauleitende Obermonteur sammelt dann alle Notizzettel ein und fügt sie zu einem Ganzen zusammen.
Das heißt, er muss alle relevanten LV-Positionen heraussuchen und diese händisch als Aufmaß dokumentieren. Dazu werden häufig Exceltabellen oder auch PDF-Dateien genutzt.
Dieser Prozess kann sehr langwierig sein, denn die Informationen müssen im Detail erfasst werden. Bei Elektroinstallationen muss ein Monteur zum Beispiel für eine einzelne Position Folgendes festhalten:
Position:
- Kabeltyp
- Kabellänge
Zuordnung:
- Raum
- Stromkreis
- Etage
Daraus erstellt der bauleitende Obermonteur ein Aufmaßblatt mit allen Bauleistungen, das dann an den Auftraggeber zur Freigabe überreicht wird. Im Idealfall wird das Aufmaß freigegeben, damit es anschließend vom Projektleiter in der Rechnungsstellung berücksichtigt werden kann.
Für solche Aufmaßblätter gibt es auch Vorlagen. Die meisten sind allerdings für die Ermittlung des Leistungsumfangs vor Baubeginn gemacht und beziehen sich auf Flächen.
Häufige Probleme bei der Dokumentation

Monteure kritzeln die Informationen zum verbauten Material normalerweise auf „Schmierzettel“. Würden Sie zustimmen, dass die Dokumentation dadurch sehr chaotisch und schnell unübersichtlich wird? Wir haben schon allerhand gesehen – was ein wahrer Traum für jeden bauleitenden Obermonteur sein musste!
Handschriftlich dokumentierte Angaben können zudem unleserlich sein, sodass möglicherweise nicht einmal der Monteur mehr sagen kann, was er da notiert hat.
Außerdem kann die Handschrift falsch gelesen und somit das Aufmaß fehlerhaft erstellt werden. Insgesamt handelt es sich um einen Medienbruch von Papier zu Digitalem, sodass beim Übertragen der Angaben immer mal ein Fehler einschleichen kann.
Dass Zettel auf einer Baustelle verloren gehen können, ist Ihnen sicher bekannt. Nicht zu schweigen von dem immensen Zeitaufwand, der für die Aufmaßerstellung notwendig ist.
Zeitgemäß ist diese Arbeitsweise nicht mehr. Auf der digitalen Baustelle läuft das effizienter ab.
Häufige Probleme beim Aufmaß in der Praxis
- Chaotische Dokumentation auf Schmierzetteln
- Unleserliche oder falsch interpretierte Angaben
- Verlorengegangene Dokumentation auf Papier
- Versehentliche Doppelerfassungen
- Fehlerquelle beim Übertragen vom Zettel auf Laptop (Medienbruch)
- Immenser Zeitaufwand für Baustellenleiter
- So gut wie nie tagesaktuell
Das können Aufmaß-Apps und Software
Wer sich ein bisschen umsieht, wird schnell eine große Auswahl verschiedener Aufmaß-Apps finden. Der Grund: das digitale Aufmaß ist weniger fehleranfällig und die Übertragung von Daten einfach.
Allerdings gibt es hier ein großes ABER:
Nicht jeder findet in diesen Apps, was er wirklich benötigt.

Die meisten Apps sind für das Ausmessen von Gebäuden gedacht. Damit können Handwerker, für die Flächen relevant sind (z.B. Maler oder Maurer) das notwendige Material ermitteln.
Tatsächlich sind solche Apps in Verbindung mit Laser-Entfernungsmessern oder speziellen Kameras eine große Hilfe. Sie können damit Zeit und Aufwand sparen und die Messdaten stehen schnell bereit.
Übrigens sind einige Baustellenhandys mit einem integrierten Lasermessgerät ausgestattet.
Für die Dokumentation der tatsächlich verbauten Materialien ist das aber keine Lösung.
Deshalb greifen bauleitende Obermonteure nach wie vor auf Vorlagen zurück, die jedoch die oben genannten Problemquellen mit sich bringen und sehr viel Erfassungsarbeit bedeuten.
Wie wäre es also, wenn die Dokumentation auch digital und mit weniger Aufwand möglich wäre?
So funktioniert das digitale Aufmaß mit CENDAS
Für die Dokumentation können Handwerksunternehmen eine App wie CENDAS nutzen.

Der Auftraggeber stellt Ihnen ein Leistungsverzeichnis zur Verfügung. Dieses dient zur Kalkulation und Erstellung eines Angebots. Wenn sie den Zuschlag für das Projekt bekommen, können Sie das LV nutzen, um während dem Bauvorhaben Ihr digitales Aufmaß zu erstellen.
So geht's
Mit der Aufmaß-Software, die auf Desktop, Tablet und Smartphone genutzt werden kann, sieht das konkret so aus:
- Über eine GAEB-Schnittstelle importieren Sie das LV einfach in die App und laden zusätzlich die fertigen Baupläne hoch.
- Die App ist in der Lage, die Pläne zu lesen und erstellt automatisch Aufgaben.
- Die Aufgaben werden anschließend auf der Baustelle wie To-Do-Listen abgehakt. Auf diese Weise dokumentieren Sie den Baufortschritt in Echtzeit.
- Sie können Änderungen händisch vornehmen und zum Beispiel die Menge anpassen. Mehr- oder Mindermengen werden so einfach sichtbar und können ggf. im Nachtragsangebot berücksichtigt und dann in Rechnung gestellt werden.

Verbaute Materialien oder etwaige Änderungen tragen Sie direkt ein. Schmierzettel und andere Aufmaßblätter brauchen Sie dafür nicht mehr. Ein paar Klicks reichen aus, und alle Informationen sind tagesaktuell.
Da die Aufmaß-App jede Ergänzung automatisch an der richtigen Stelle im LV positioniert, brauchen Sie sich auch nicht mehr durch Excel-Tabellen quälen.
Bei der Montage gilt es zudem, die Arbeitszeiten zu dokumentieren. Diese erfassen Sie im digitalen Bautagebuch.
Mit den vorhandenen Eingaben können Sie einen schnellen Soll-Ist-Abgleich durchführen. Lassen Sie das Aufmaß dann intern vom Projektleiter oder einer anderen Abteilung prüfen und leiten Sie es an den Auftraggeber zur Freigabe weiter. Sie können alle Daten einfach als Excel-Datei exportieren. Anschließend können Sie das Aufmaß in Rechnung stellen.
Vorteile einer App
- Nie wieder unleserliche oder verlegte Schmierzettel
- Schnellere Zuordnung der LV-Positionen
- Kein Medienbruch
- Geringer Aufwand
- Stets aktuelle Daten
- Hohe Transparenz
- Schneller Soll-Ist-Abgleich
- Saubere Baudokumentation
Wollen Sie auch keine Zettel mehr einsammeln und Stunden am Schreibtisch damit verbringen? Dann erfahren Sie hier den nächsten (einfachen) Schritt:
Fazit: Nehmen Sie die Aufmaßerstellung digital und ohne Papierchaos vor
Der Gedanke ist eigentlich verkehrt: auf Grundlage von Schmierzetteln werden letztendlich Rechnungen geschrieben. Das ist leider Realität. Fehlerquellen gibt es hier zur Genüge und es ist für viele ein enormer Aufwand, das Aufmaß zu erstellen.
Mit einer App wie CENDAS lassen Sie als Handwerksunternehmen das Papierchaos endlich hinter sich und gewinnen ein Mehr an Zeit, die Sie sinnvoll auf der Baustelle oder im Büro einsetzen können.

Aufmaß sauber und direkt digital erstellen
Mit der Software vom Handwerk fürs Handwerk suchen Sie nie wieder in einer Excel-Tabelle nach der richtigen LV-Position.










